Studie: Wie viel Gehalt macht Arbeitnehmer glücklich?

Wir wollen Geld. Am besten viel Geld! Deswegen nehmen wir für Jobs mit guter Entlohnung einiges in Kauf, selbst wenn die Freizeit darunter leidet.

Von Luft und Liebe allein kann man schließlich nicht leben. Doch wie sinnvoll ist das Streben nach steigendem Reichtum?

Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Ab einem bestimmten Gehalt stagniert das Glücksgefühl – und nimmt sogar wieder ab.

Gehalt: Mehr ist nicht immer besser!

In einer aktuellen Studie haben sich der Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahnemann und der Ökonom Angus Deaton der essentiellen Frage angenommen: Mit wie viel Gehalt sind die Menschen am glücklichsten?

Ihr Ergebnis sorgt für Aufsehen – und könnte das Weltbild des ein oder anderen Workaholics, der Tag ein Tag aus vom Managersessel träumt, nachhaltig verändern.

Denn die beiden Wissenschaftler fanden heraus: Nur bis zu einer bestimmten Obergrenze zaubert uns der Gehaltscheck ein Lächeln ins Gesicht.

In der Zeitschrift ‘Proceedings of the National Academy of Sciences’ schreiben Kahnemann und Deaton, dass eine Gehaltserhöhung von 15.000 auf 30.000 Euro im Jahr das Glücksempfinden erheblich steigern würde.

Auch wenn die jährliche Entlohnung auf 60.000 Euro erhöht wird, ist die Freude noch groß.

Doch an diesem Punkt ist bereits Schluss: Verdoppelt oder verdreifacht sich das Gehalt weiterhin, ist dies kein Garant für ein glücklicheres Leben.

Im Gegenteil, das Glücksempfinden kann sogar abnehmen. Doch woran liegt das?

Lieber Freizeit als Arbeit

Kaum zu glauben, aber ab einer bestimmten Gehaltshöhe können wir unzufriedener werden. Denn laut der Studie beeinflusst der vermeintlich erstrebenswerte horrende Gehaltscheck unser Glücksempfinden negativ.

Eine Erklärung finden Deaton und Kahnemann in der Theorie des ‘Abnehmenden Grenznutzen’.

Auf die Studie angewandt, besagt das wirtschaftswissenschaftliche Gesetz, dass ab einer bestimmten Obergrenze des Gehalts das Geld an Bedeutung verliert.

Wer trotz hohen Lohns weiterhin mit allen Mitteln Geld scheffelt, bekommt für seinen Einsatz immer weniger Glücksgefühle.

Stattdessen könnte das fleißige Arbeitstierchen mit mehr Freizeit seine Lebensqualität erheblich steigern.

Ergo: Eine ausgewogene Work-Life-Balanceist erstrebenswerter als ein Gehalt von über 60.000 Euro im Jahr, das mit einem stressigeren Arbeitsalltag einhergeht.

Ökonom Deaton erklärt zu dem Ergebnis: “Vielleicht ist das die Schwelle, über der es Menschen nicht mehr möglich ist, das zu tun, was für das emotionale Wohlbefinden am meisten zählt: Zeit mit der Familie verbringen, Krankheit und Schmerz vermeiden, oder die freie Zeit genießen.”

Original »

Comments
Loading...