Gesundheit: Neuer Hautscanner misst Herzinfarkt- und Diabetesrisiko

Hohe Blutzuckerwerte und Stress begünstigen die Entstehung dieser AGEs, aber auch Rauchen und der Verzehr stark gebräunter oder verbrannter Lebensmittel haben eine Anreicherung mit AGEs zufolge.

Je älter wir werden, desto höher ist die AGE-Konzentration im Körper. 

Das Problem dabei: „Experten vermuten einen Zusammenhang zwischen dem AGE-Wert und Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und deren Folgen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall), zu Diabetes und chronisch-entzündlichen Erkrankungen”, so das BZfE.

Man könnte dem individuellen Ausmaß der Gefahr durch AGEs jedoch bald auf die Schliche kommen: Ein sekundenschneller Hautscan könnte dafür genügen.

Schmerzlos und sekundenschnell

So soll das Ganze funktionieren: Ein Hautscanner sendet Lichtstrahlen an die Haut und misst die dadurch erzeugte Fluoreszenz.

AGEs verändern nämlich die Autofluoreszenz der Haut – das macht es leicht, Auskunft über deren Konzentration zu erhalten. 

Das Beste an der Untersuchung ist, dass sie nicht wehtut, und innerhalb von einer Minute abgeschlossen ist. 

Dass diese Methode auch wirklich effektiv ist, um das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Herz-Kreislauf-Problemen einschätzen zu können, ist dank der Studie jetzt klar.

Höhere AGE-Werte führen zu gesundheitlichen Problemen

Zwischen 2007 und 2013 wurde die Hautautofluoreszenz von 72.880 Menschen ausgewertet, die zu Beginn der Untersuchung noch frei von kardiometabolischen Erkrankungen waren.

In der Nachbeobachtungszeit entwickelten 1.056 der Probanden (1,4 Prozent) einen Typ 2-Diabetes.

1.258 Teilnehmer (1,7 Prozent) erlitten einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein anderes Herz-Kreislauf-Ereignis und 928 Personen (1,3 Prozent) waren gestorben.

Die Scans erwiesen sich in der Studie als wichtiger Prädiktor für die oben genannten Ereignisse.

So war die AGE-Zunahme um eine Einheit zum Beispiel mit einem 2,7-fach erhöhten Diabetes-Risiko verbunden.

Bei Herz-Kreislauf-Problemen führte der Anstieg zu einem mehr als 3-fach erhöhten Risiko, das Sterberisiko erhöhte sich sogar um ein 5-faches.

„Die Analyse der AGE-Ablagerung erwies sich demnach als unabhängiger Risikofaktor für kardiometabolische Erkrankungen”, fassen die Autoren das Ergebnis in einer Mitteilung zusammen.
 

Bald zur Vorsorge üblich?

Momentan verwendet praktisch niemand besagten Hautscanner, weil er sich nicht finanziert, wie Dr. Matthias Riedl gegenüber ‘Fitbook’ erklärt.

„Der Scanner ist eher was für die Forschung oder Betriebe, die ihre Mitarbeiter reihenuntersuchen lassen wollen“, so der Diabetologe, Ernährungsmediziner und Internist. 

Wenn es nach den Forschern geht, soll sich das jedoch bald ändern: „Die Messung der Hautfluoreszenz kann zukünftig möglicherweise sogar in nichtmedizinischen oder öffentlichen Einrichtungen wie Supermärkten, Apotheken oder Drogerien erfolgen.”

Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. 

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