Weizengrassaft: Wie gesund ist das Superfood wirklich?

Insbesondere der Saft des Saat-Weizens gilt als äußerst gesund, stecken in ihm doch reichlich essentielle Nährstoffe. Das als Superfood betitelte Trendgetränk soll das Immunsystem stärken, die Verdaaung in Schwung halten und die Sehkraft stärken.

Aber kann Weizengrassaft seinem guten Ruf wirklich gerecht werden?

Der Saft wird aus den Jungtrieben des Weichweizens gewonnen. Diese müssen bereits nach etwa zehn Tagen geerntet und gepresst werden, da der Saft aus den Halmen schnell verderblich ist.

Am beliebtesten ist der frisch gepresste Saft, im Handel sind aber zudem getrocknete oder gefriergetrocknete Pulver erhältlich.
 

Diese Nährstoffe stecken in Weizengras(-saft)

Betrachtet man sich die Inhaltsstoffe, fällt eines sofort auf: Weizengras enthält in der Tat viele Nährstoffe, darunter B-Vitamine, Vitamin C, D, E und K sowie Folsäure. Hinzu kommen Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Kalium, Calcium, Kupfer, Natrium, Magnesium und Phosphor.

Darüber hinaus kann die Pflanze aus der Familie der Süßgräser mit einer Vielzahl an Antioxidantien und Aminosäuren punkten. Diese helfen dabei, freie Radikale zu bekämpfen und Proteine aufzubauen.

Daher hat Weizengrassaft auch einen hohen Anteil an Eiweiß, was ihn besonders beliebt bei Sportlern macht. Denn Proteine unterstützen bekanntlich den Aufbau und die Regeneration von Muskeln.

Zudem steckten in Weizengras hohe Mengen des Farbstoffes Chlorophyll. Dieser soll beim Sauerstofftransport im Blut helfen und damit zur Bildung neuer Blutzellen beitragen.

Laut Stephanie Seifert vom Max Rubner-Institut für Ernährung und Lebensmittel kann der Körper das Chlorophyll allerdings nur schwer verwerten.

„Der Körper kann den größten Teil des Chlorophylls aus dem Weizengras gar nicht aufnehmen und scheidet diesen ungenutzt wieder aus”, so die Lebensmittelchemikerin gegenüber der ‘Apotheken Umschau’. Das reduziert natürlich den gesundheitlichen Nutzen des Pflanzensaftes.

Dem Titel Superfood zum Trotz sollte man den Nährstoffgehalt von Weizengras nicht überschätzen. Einerseits können sich die unterschiedlichen Verarbeitungsformen von Weizengras – Saft oder Pulver – in ihrem Nährstoffgehalt stark unterscheiden.

Zum Anderen müsste man hohe Mengen an Weizengras(-saft) aufnehmen, um auf die empfohlene Tagesdosis der gesunden Inhaltsstoffe zu kommen. Diese Tagesdosis könne man laut Seifert mit anderen Lebensmitteln besser erreichen.

Brokkoli und Gründkohl etwa enhalten mit 100 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm noch mehr als Weizengraspulver – und sind darüber hinaus angenehmer zu essen”, erklärt die Expertin.
 

Fazit: So gesund ist das Superfood wirklich

Somit lässt sich schlussfolgern: Weizengras und anderen Superfoods bieten zwar gesundheitliche Vorteile, allerdings sollte man einzelne Lebensmittel nicht in den Vordergrund stellen.

Stattdessen empfiehlt es sich, auf eine insgesamt ausgewogene Ernährung mit möglichst vielen verschiedenen gesunden Lebensmitteln zu achten.

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