Studie: HIIT-Workouts können Knien und Knöcheln schaden

HIIT-Trainings bestehen aus verschiedenen Übungsintervallen, die jeweils eine extreme Aktivität erfordern. Zwischendurch gibt es kurze Ruhezeiten.

Ein solches Workout ist mit einer Reihe gesundheitlicher Vorteile verbunden, zum Beispiel einer Steigerung der Ausdauer, einer maximalen Fettverbrennung sowie einer Verbesserung des Stoffwechsels. 

Soviel zu den positiven Auswirkungen des Trainings, denn einer neuen Studie zufolge kann HIIT dem Körper unter Umständen auch schaden.

Verletzungsgefahr steigt durch HIIT-Workouts

In der Studie, die im Fachmagazin ‘Journal of Sports Medicine and Physical Fitness’ erschienen ist, fanden Forscher heraus, dass HIIT zwar für die Steigerung der Fitness und den Aufbau von Muskelmassegeeignet ist, jedoch auch mit einem höheren Verletzungsrisiko einhergeht.

insbesondere gilt das den Ergebnissen nach für Verstauchungen oder Zerrungen von Knie- und Sprunggelenk sowie für Rotatorenmanschettenrisse (Riss eines oder mehrerer Muskeln oder Sehnen in einer Muskelgruppe im Schulterbereich). 

Zu diesem Fazit kamen die Wissenschaftler, nachdem sie Daten aus dem amerikanischen ‘National Electronic Injury Surveillance System’ aus den Jahren 2007 bis 2016 unter die Lupe genommen hatten.

Mehr als 3 Millionen Verletzungen entstanden den Daten zufolge durch Fitness-Ausrüstung (Hanteln, Kettlebells, Boxen) oder bestimmte Übungen (Burpees, Ausfallschritte, Liegestütze), die bei HIIT üblicherweise verwendet werden. 

Die Experten stellten zudem fest, dass die Anzahl dieser Verletzungen jedes Jahr stetig zunimmt, was sich durch das erhöhte Interesse an HIIT (gemessen an Google-Suchen) erklären lassen könnte. 
 

HIIT verlangt dem Köper mehr ab als andere Workouts

Bei diesen Studienergebnissen stellt sich die Frage, warum HIIT aus Verletzungsperspektive besonders riskant ist. Die Antwort darauf liefert Studienaturor Joseph Ippolito in einer Pressemitteilung.

„Diese Trainings werden als Allrounder vermarktet, die angeblich jeder machen kann. Viele Sportler, insbesondere Amateure, verfügen jedoch nicht über die Flexibilität, Beweglichkeit, Rumpfkraft und Muskulatur, um die Übungen richtig auszuführen”, so der Experte.

Eine solche Übeschätzung des eigenen Könnens kann schwerwiegende Folgen haben, wie Ippolito betont: „Es gibt starke Beweise dafür, dass diese Arten von Verletzungen – insbesondere durch wiederholte Überlastung des Knies – zu Arthrose führen können.”
 

Es kommt bei HIIT auf die korrekte Ausführung an

Eine schlechte Form, unsachgemäße Regeneration nach dem Training und eine Überbeanspruchung der Muskeln sind wahrscheinlich die Hauptgründe für die in der Studie festgestellten Verletzungen durch HIIT.

Das soll keineswegs bedeuten, dass man HIIT-Workouts in jedem Fall vermeiden sollte und ab sofort nicht mehr mit dieser Methode trainieren darf. 

Sattdessen sollte das Fazit aus den Ergebnissen lauten, dass es extrem wichtig ist, eine regelmäßige Trainingsroutine einzuhalten und mit weniger intensiven Workouts Kraft und Gleichgewicht aufzubauen.

Denn nur, wer am Ball bleibt, kann seine Flexibilität verbessern und die für ein intensives HIIT-Workout nötigen Muskeln aufbauen.

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