Forderung von Pro Familia: Gibt es bald kostenlose Verhütungsmittel für alle?

Pro Familia, der deutsche Verband für Familienplanung, Sexualpädagogik und -beratung, forderte die Krankenkassen bei seiner Jahrestagung auf, zukünftig die Kosten für alle Verhütungsmittel zu übernehmen.

Zudem sollen die Krankenkassen in Zukunft auch alle Behandlungen die mit Verhütungsmitteln sowie Sterilisationen zusammnhängen, übernehmen. 

Die neue Regelung soll erstmal nur für Menschen geltend gemacht werden, denen der Zugang bisher aus Mangel an finanziellen Mitteln verwehrt wurde. Längerfristig sollen die Kosten allerdings für jeden Patienten übernommen werden, so Pro Familia weiter.
 

Ungewollte Schwangerschaften weiter reduzieren

Das Ziel von Pro Familia ist es, dass die Zahl der frühen und ungewollten Schwangerschaften weiter abnimmt. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass die Zahl der Schwangerschaften im Teenager-Alter bereits leicht zurück gegangen ist.

Rund 16.000 Mütter waren im Jahr 2010 bei der Geburt ihres Kindes unter 20. Im Jahr 2016 waren es nur 15.800. 

In Deutschland haben im Jahr 2018 rund 100.000 Frauen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen. Von diesen Frauen waren drei Prozent noch minderjährig. 
 

Wissenschaftliche Untersuchung zum Thema Verhütung

Pro Familia führt bereits seit 2016 an sieben verschiedenen Standorten einen dreijährigen Modellversuch durch, der wissenschaftlich begleitet wird.

Der Versuch beschäftigt sich mit dem Zugang zu verschreibungspflichtigen Verhütungsmitteln, Kostenübernahme, Information und Beratung für Frauen mit Anspruch auf Sozialleistungen.  

Hierbei soll ermittelt werden, welche Hindernisse es aktuell beim Thema Verhütung gibt und wie hoch der Bedarf überhaupt ist.

So ist es also vielleicht schon bald möglich, ungewollte Schwangerschaften weiter zu reduzieren und Verhütungsmittel auch für Menschen geringerem Einkommen zugänglich zu machen.

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