Unregelmäßige Periode?: Keto-Diät kann den Zyklus regulieren

Sie verzichten auf Alkohol, Zigaretten, reduzieren Stress und halten sich auf gesunde Weise fit – trotzdem bleibt die Periode bei vielen Frauen aus.

Adipositas verhindert den Eisprung

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist die häufigste Ursache für Unfruchtbarkeit bei Frauen und beschreibt eine Stoffwechselstörung im gebärfähigen Alter. 

Die Mehrheit der Frauen mit PCOS leidet unter Adipositas, also Fettleibigkeit, und Insulinresistenz. 

Ein erhöhter Insulinspiegel bei Patientinnen mit PCOS kann den Eisprung verhindern. Betroffene Frauen leiden unter einem unregelmäßigen Zyklus bis hin zum Ausbleiben der Periode. 

Frauen mit einer Insulinresistenz sind zusätzlich häufig resistent gegen eine Ovulationsinduktion – eine medizinische Behandlung, die einen Eisprung auslöst, falls dieser nicht von alleine passiert. 
 

Kann eine ketogene Diät fruchtbarer machen?

In der Studie wurden Frauen mit Adipositas im gebärfähigen Alter zwischen 18 und 50 Jahren untersucht, bei denen PCOS klinisch diagnostiziert worden war. 

Über sechs Monate ernährten sich die Probandinnen ketogen oder kohlenhydratarm.

Die Keto-Diät sah eine tägliche Zufuhr von nicht mehr als 20 g Kohlenhydraten vor, mindestens 50 g Fett und eine Proteinaufnahme von etwa 1,5 g pro 1 kg idealem Körpergewicht – die empfohlene Zufuhr von Eiweiß.

Die Probandinnen wurden auch ermutigt, ihre körperliche Aktivität zu steigern, indem sie sich mindestens dreimal pro Woche eine halbe Stunde bewegen sollten. 
 

Die Keto-Diät kann den Zyklus normalisieren

Das Ergebnis der Studie: Die Frauen bekamen innerhalb von sechs Monaten einen regelmäßigeren Zyklus und verloren minimal an Gewicht.

Die Forscher gehen davon aus, dass der Gewichtsverlust alleine nicht für die Regulierung des Zyklus verantwortlich ist. Auslöser könnte ihnen zufolge die ketogene Diät sein.

Eine weitere Rolle könnte das Medikament Metformin spielen, das bei Adipositas eingesetzt wird und den Blutzuckerspiegel senkt, wobei zwei der Teilnehmerinnen das Arzneimittel bereits zwei Jahre einnahmen – ohne positiven Effekt.

Endlich schwanger dank Keto-Diät?

Alle Testpersonen mit PCOS litten über Jahre an Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit und dem daraus resultierenden unerfüllten Kinderwunsch.

Insgesamt konnten alle Frauen ihr Gewicht reduzieren und den Zyklus regulieren. Zwei von ihnen wurden sogar kurze Zeit nach dem Untersuchungszeitraum schwanger.

Frauen, die einen Kinderwunsch hegen oder unter ihrem unregelmäßigen Zyklus leiden, sollten zunächst auf einen gesunden BMI achten. Übergewicht kann zu Insulinresistenz führen – der Eisprung bleibt aus und eine Schwangerschaft ist unmöglich. 

Die Keto-Diät ist der Studie zufolge ein guter Weg, um Gewicht erfolgreich zu reduzieren und den Symptomen von PCOS entgegen zu wirken.

Das Expertenteam empfiehlt, bei einer tatsächlichen Schwangerschaft die Keto-Diät abzubrechen. Zwar hat sie sich bisher nicht als schädlich für Mutter oder Kind herausgestellt, der Fötus sollte allerdings langfristig mit allen wichtigen Nährstoffen und gesunden Kohlenhydraten versorgt werden.

Quelle

National Diabetes and Obesity Research Institute (2018): A ketogenic diet may restore fertility in women with polycystic ovary syndrome: a case series, abgerufen am 02.09.2019 https://journals.aace.com/doi/full/10.4158/ACCR-2018-0026

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