Neue Studie: Jeder 5. Arbeitnehmer empfindet digitalen Stress

Neue E-Mails, unbeantwortete Textnachrichten und schon wieder verpasste Anrufe – Handy und Laptop geben bei den meisten Arbeitnehmern in Deutschland nur selten Ruhe. 

Stress als Folge innovativer Technologie

Digitale Medien, der Laptop und vor allem das Handy sind aus dem Arbeitsalltag vieler Arbeitnehmer nicht mehr wegzudenken und bieten viele Vorteile – vermeintlich. 

Natürlich trägt innovative Technologie zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen bei.

Beispielsweise ermöglichen diese, an jedem Ort und zu jeder Zeit zu arbeiten, sowie auf eine unüberschaubar große Menge an Informationen zuzugreifen. 

Was zuerst wie ein Segen für viele Unternehmen klingt, kann sich schnell negativ auf die Gesundheit der Arbeitnehmer auswirken – digitaler und psychischer Stress sind die Folgen. 
 

12 Belastungsfaktoren stressen am Arbeitsplatz

Für die Studie stellten sich rund 5.000 Arbeitnehmer in Deutschland den Fragen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts ‘Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien‘ (PräDiTec). 

Aus den gestellten Fragen während der Studie resultierten zwölf verschiedene Belastungsfaktoren bei der Arbeit mit digitalen Technologien und Medien, die die deutschen Arbeitnehmer besonders belasten – und den Spaß an der Arbeit einschränken. 

Tatsächlich nimmt fast jeder Fünfte aufgrund dieser Belastungsfaktoren sehr starken digitalen Stress wahr.

Diese Faktoren belasten Arbeitnehmer am meisten 

Die Befragungen ergaben, dass besonders die Omnipräsenz, also das Gefühl ständiger Erreichbarkeit, die Arbeitnehmer besonders belastet.

Eine klare Grenze zwischen Arbeitszeit und Privatleben sei nicht immer gewährleistet und löse sich immer mehr auf, da das Handy auch zu Hause nicht still steht und man schnell verleitet wird, auch abends auf dem Sofa noch mal schnell die Mails zu checken – damit man bloß nichts verpasst. 

Arbeitnehmer gaben zusätzlich an, dass sie sich aufgrund der höheren Menge an bereitgestellten Informationen unter Druck gesetzt fühlen, mehr und vor allem schneller arbeiten zu müssen. 

Betroffene empfinden ebenfalls sehr häufig die Verletzung der Privatsphäre und ständige Leistungsüberwachung als starken Belastungsfaktor – jeder dritte Befragte fühlt sich einem dieser Faktoren ausgesetzt. 
 

So wirkt sich digitaler Stress auf die Gesundheit aus 

Digitaler Stress sorgt bei Betroffenen vor allem für Unzufriedenheit mit der Arbeitsstelle – und somit eine schlechtere Leistung. 

Oft äußert sich dieser Stress durch Warnsignale wie Erschöpfung, Gereiztheit, sowie psychische Beeinträchtigungen.

Die Belastung kann sogar soweit gehen, dass das Muskel-Skelett-System erkrankt. 

Laut der Studie können dieser Ausnahmesituation organisationale und soziale Faktoren entgegenwirken.

So kann beispielsweise ein erweiterter Handlungsspielraum hinsichtlich arbeitsrelevanter Entscheidungen sowie eine gute Beziehung zu dem Vorgesetzten dabei helfen, das Problem schnellstmöglich in den Griff zu bekommen.
 

In der Galerie: Die 11 besten Tipps gegen Stress

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Stell dich deinem Stress

Falls auch du dich gerade in dieser Beschreibung wiedererkannt hast, ist das noch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken und im schlimmsten Fall sogar die Kündigung einzureichen. 

Um schnelle Abhilfe zu schaffen, kannst du ganz einfach ein paar Erste-Hilfe-Tipps anwenden und so schnell wieder mit Spaß und Leidenschaft deiner Arbeit nachgehen.
 

1. Werde aktiv 

Suche das Gespräch mit deinem Arbeitgeber oder Vorgesetzen und erzähle von deinen Problemen – vielleicht findet ihr gemeinsam eine Lösung. 
 

2. Setz dich nicht selbst unter Druck

Der schlimmste Stress ist der, den du dir selbst machst – dieser beginnt im Kopf und ist meist schlimmer als der Druck von außen.

Rufe dir ins Gedächtnis, dass die Welt höchstwahrscheinlich nicht untergehen wird, wenn du einen Anruf verpasst, oder nicht direkt auf E-Mails antwortest. 
 

3. Trenne Arbeit von deinem Privatleben

Versuche dich von dem Gefühl zu befreien immer und überall erreichbar sein zu müssen. Wenn du Feierabend hast, versuche auch wirklich Feierabend zu machen – stelle dein Handy auf stumm und lasse den Laptop zu.

Versuche zusätzlich nach der Arbeitszeit nicht andauernd mit anderen über deine Arbeit zu sprechen – Freizeit ist Freizeit, die braucht dein Körper, um abzuschalten. 
 

Quelle

Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien: Gesund digital arbeiten?!, abgerufen am 03.09.2019 https://gesund-digital-arbeiten.de/

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