Emotionale Achterbahnfahhrt: So wirkt sich Trauer auf deinen Körper aus

Denkt man an Trauer, fallen uns zunächst die Gefühle ein, die wir durchleben: Traurigkeit, Depression, Ärger, Wut, Schuld, Erleichterung, Angst und Panik. Trauer wird oft als emotionale Achterbahnfahrt beschrieben.

Dabei erleben wir so viele Höhen und Tiefen, dass wir nicht immer sicher sind, welche Gefühle man genau zu dem jeweiligen Zeitpunkt durchmacht.
 

Trauer löst physische Schmerzen aus

Doch Trauer hat auch einen Einfluss auf unser körperliches Wohlbefinden.

Manche Menschen berichten nach dem Verlust einer geliebten Person, das Gefühl zu haben, von einem Laster überfahren worden zu sein.

Und tatsächlich leiden viele Menschen – Männer mehr als Frauen – in den ersten vier bis sechs Monaten nach dem Tod einer nahestehenden Person unter physischen Problemen.

Der menschliche Körper ist aus zwölf Organsystemen aufgebaut, die alle funktionell zusammenarbeiten und alle den Auswirkungen von Stress und Trauer unterliegen.

Viele der typischsten körperlichen Probleme stammen vom Immun- oder Nervensystem, dem kardiovaskulären System oder dem Verdauungstrakt.

Wird das Immunsystem durch die Trauer in Mitleidenschaft gezogen, können wir anfälliger für Erkältungen, Grippe und andere Infektionen werden.

Wir neigen dazu, uns erschöpft zu fühlen und schaffen es nicht, die Krankheit loszuwerden.
 

Trauer löst Herzschmerzen aus – im wahrsten Sinne des Wortes

Die Auswirkungen von Stress und Trauer auf das kardiovaskuläre System können in erhöhtem Blutdruck, Brustschmerzen, unregelmäßigem Herzschlag und sogar in einem Herzinfarkt resultieren.

Kein Wunder, dass wir von einem schmerzenden oder gebrochenen Herzen sprechen, wenn wir eine geliebte Person verloren haben.

Es gibt sogar das Takotsubo-Syndrom, ein akutes und meist reversibles Herzinsuffizienz-Syndrom, dem häufig emotionaler oder physischer Stress vorangegangen ist. Die Symptome sind Brustschmerzen und Kurzatmigkeit.

Studien belegen tatsächlich, dass in den ersten drei bis sechs Monaten der Überlebende nach dem Tod des Ehepartners  ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hat.
 

Weitere körperliche Symptome der Trauer

Bei vielen Menschen reagiert der Magen-Darm-Trakt am stärksten auf Stress.

Trauerleidende klagen über Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Blähungen und Sodbrennen. Stress kann ein Auslöser für das Reizdarmsyndrom sein und unseren Appetit beeinflussen.

Auch das Gehirn kann stark unter Trauer leiden, manche Betroffene berichten, das Gefühl zu haben, verwirrt zu sein oder gar verrückt zu werden.

Aufmerksamkeit und Konzentration werden in Mitleidenschaft gezogen. Sie sind ständig abgelenkt und es fällt ihnen schwer, Dinge zu planen oder sich an etwas zu erinnern.
 

Körperlichen Schmerz beachten

Es gibt zahlreiche Symptome, die ein trauernder Körper durchleiden kann. Zu den oben genannten kommen noch allgemeine Schmerzen, Kurzatmigkeit, Ängstlichkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen.

Es ist kaum möglich, alle Symptome der Trauer aufzulisten. In jedem Falle ist es wichtig, den Einfluss der Trauer auf unseren Körper zu erkennen.

Oftmals konzentrieren wir uns nur auf den emotionalen Schmerz und nicht den physischen. Es ist wichtig, sich sowohl um die seelischen als auch um die körperlichen Schmerzen zu kümmern.

Halten die psychischen und physischen Probleme zu lange an und beeinträchtigen unseren Alltag stark, sollte man sich professionelle Hilfe suchen.

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