Studie enthüllt: Darum ist Tomatenmark für Männer besonders gut

Mehr Sport, aufhören zu rauchen, eine gesündere Ernährung und Homöopathie – auch Männer geben bei einem unerfüllten Kinderwunsch alles, um ihre Fruchtbarkeit zu steigern. 

Ursachen für eine geringe männliche Fruchtbarkeit

Aktuelle Schätzungen geben an, dass bis zu 16,7 Prozent der Paare in Industrieländern von Unfruchtbarkeit betroffen sind. 

Dabei handelt es sich in bis zu 50 Prozent der Fälle um Männer, die keine Kinder zeugen können. In der Regel äußern sich Fruchtbarkeitsprobleme beim Mann in Form von zu wenig Sperma (Oligozoospermie) oder schlecht schwimmendem Sperma (Asthenozoospermie). 

Ein weiteres Problem, dass die Fruchtbarkeit des Mannes sinken lässt, ist Sperma mit schlechter Größe und Form (Teratozoospermie). 

In seltenen Fällen kann es auch zu einer Kombination aus allen drei Faktoren kommen, denen der Konsum von Tomaten jetzt angeblich entgegenwirken kann.

Was ist das Besondere an Tomaten? 

Lycopin ist ein Carotinoid, das in hohen Konzentrationen in Tomaten, Tomatenerzeugnissen und anderen rotpigmentierten Lebensmitteln vorkommt.

In den letzten Jahren trat es als potenzielles Therapeutikum für eine Vielzahl von Gesundheitsstörungen immer mehr in den Vordergrund wissenschaftlicher Forschungen.

Lycopin ist zusätzlich besonders stärkend für das Immunsystem, da es vor freien Radikalen und somit vor Krebs schützt. Zusätzlich soll es die Fruchtbarkeit von Männern steigern können. 

Das Vorkommen von Lycopin in frischen Tomaten ist gering. Jedoch wird diese durch die Verarbeitung und Erhitzung der Tomaten mit Öl verbessert – Tomatenmark enthält also mehr Lycopin. 
 

Stärkt Lycopin tatsächlich die Fruchtbarkeit?

Des aktuellen Fruchtbarkeitsproblems waren sich auch die Forscher rund um Prof. Allan Pacey bewusst – und machten sich auf die Suche nach einer Lösung im ernährungswissenschaftlichen Bereich. 

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler 60 gesunde Männer ohne bekannte Fruchtbarkeitsprobleme zwischen 19 und 39 Jahren über einen Untersuchungszeitraum von 12 Wochen. 

Die Spermien der Probanden wurden auf Spermienvolumen, Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, DNA-Schädigung und Plasma-Lycopinkonzentration untersucht. 

Die Männer wurden in zwei Gruppen unterteilt, wobei die eine Hälfte ein Nahrungsergänzungsmittel mit hoch dosiertem Lycopin erhielt. Die andere Hälfte erhielt Placebo-Präperate – beiden Gruppen war nicht bewusst, ob sie Lycopin oder ein Placebo zu sich nehmen. 

Den Probanden wurde eine Menge an Lycopin von 14 mg/Tag verabreicht – dies entspricht einem täglichen Verzehr von zwei Kilogramm gekochten Tomaten oder zwei Esslöffeln konzentriertem Tomatenpüree. 
 

Die Spermienqualität konnte verändert werden

Die Forscher untersuchten die Konzentration der beweglichen Spermien, da diese Variable mit der Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis in Verbindung gebracht wird.

Tatsächlich konnte die Konzentration der Spermien während der Lycopin-Verabreichung statistisch nicht verbessert werden.

Jedoch wurden zwei andere Maße der Spermienqualität signifikant verändert. Der Anteil der schnell fortschreitenden Spermien und der Anteil der Spermien mit normaler Morphologie konnte positiv erhöht und verbessert werden.

Laut Forschern handelt es sich um sehr positive Ergebnisse, die aber noch keine neue Fruchtbarkeitskur darstellen.

Hierzu müssen weitere Untersuchungen in einem größeren Rahmen durchgeführt werden, um die Ergebnisse zu manifestieren.

Quelle

European Journal of Nutrition: A randomized placebo-controlled trial to investigate the effect of lactolycopene on semen quality in healthy males https://link.springer.com/article/10.1007/s00394-019-02091-5

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