Verschmutzung durch den Atem: So schlecht ist die Luft im Büro

Wer buchstäblich tief durchatmet, wenn er in die Pause geht oder nach einem langen Tag Feierabend macht, der könnte künftig noch mehr Grund dazu haben. Denn die Luft, die Büroarbeiter den Tag über einatmen hat es in sich.

Dabei sind es nicht einmal die üblichen Verdächtigen wie Computer oder Drucker, die den Autoren einer neuen Studie Sorgen bereiten.

Auch die gewöhnungsbedürftigen Hygienevorstellungen mancher Kollegen sind für die Wissenschaftler eher nebensächlich. Vielmehr ist es der Atem der Mitarbeiter, der Verursacher schlechter Luftqualität zu sein scheint.
 

So schmutzig ist Büroluft

Forscher der Purdue University im US-amerikanischen West Lafayette begaben sich im Rahmen ihrer Studie auf die Suche nach den größten Verschmutzern von Büroluft.

Zu diesem Zweck versahen sie Büros an ihrer Uni mit einer Reihe unterschiedlicher Messgeräte.

Selbst Stühle wurden mit Temperatursensoren versehen, um zu erfassen, wann jemand auf ihnen saß. Studienautor Brandon Boor spricht von einer “hochempfindlichen Nase”.

Mit dieser ‘Nase’ erschnüffelten der Forscher und seine Kollegen schließlich, wer hauptsächlich für Luftverschmutzung in Büros verantwortlich ist: Kollegen.
 

Büroluft kann Allergien, Hautreizungen, Kopfschmerzen auslösen

“Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Menschen die Hauptquelle flüchtiger organischer Verbindungen in einer modernen Büro-Umgebung sind”, berichtet Boor gegenüber dem Portal ‘Medical News Today’.

“Viele davon sind im geschlossenen Büro 10 bis 20 Mal höher. Wenn der Arbeitsplatz nicht ausreichend belüftet wird, kann es zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und die Produktivität kommen.”

An der Spitze dieser organischen Verbindungen, die Büroarbeiter rund um die Uhr einatmen, steht Isopren. Dieses wird ausgerechnet durch Atmen freigesetzt und kann in höherer Konzentration Augen und Atemwege reizen.

Auch Ozon stellt eine Gefahr dar. Es gelangt von außen in die Büroräume und verbindet sich dort mit so genannten Monoterpenen, die zum Beispiel beim Schälen einer Orange freigesetzt werden.

Diese können sich im Lungengewebe festsetzen und dort zur Reizung führen sowie Kopfschmerzen und Allergien auslösen.

Die Konzentration aus Chemikalien, die durch Deos, Make-up oder Haarpflege-Produkte freigesetzt wird, hat in manchen Fällen sogar der Luft vor dem Gebäude geschadet, wenn sie in großen Mengen durch die Klimaanlage nach draußen umgewälzt wird.

Auch wenn die von Brandon Boor und seinen Kollegen erarbeiteten Erkenntnisse noch weiterer Vertiefung bedürfen, scheint eines bereits jetzt klar: Ein gut belüftetes Büro ist für die Gesundheit der Mitarbeiter unerlässlich.

Autor

Cover Media

Quelle

Boor, B. et al (2019): Dynamics of Volatile Organic Compounds in a Living Laboratory Office and HVAC System, abgerufen am 15.10.2019: http://aaarabstracts.com/2019/viewabstract.php?pid=771&_ga=2.128317578.725268169.1571129488-456159589.1571129488

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